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Tobermory 21 yo Rum Barrel Finish Chieftain's

Tobermory 21 yo Chieftain's

Tobermory, der Hauptort der Insel Mull, beherbergt mitten im Ort die gleichnamige Destillerie, und es ist kein Geheimnis, dass mir Insel, Ort und Destillerie besonders ans Herz gewachsen sind. Dieses Jahr steht wieder ein Schottlandurlaub an, und wir werden auf Mull vorbeischauen, in Tobermory übernachten und selbstverständlich die Destillerie besuchen. Dort gibt's dann ein Warehouse Tasting, auch wenn die Destillerie in einer ihrer Ruhephasen den größten Teil der als Warehouse genutzten Gebäude verkauft hat und nur noch ein kleiner Raum für die Fasslagerung vor Ort zur Verfügung steht.

Tobermory verkauft auch viele Fässer an unabhängige Abfüller, und aus einem davon hatte ich einen Dram im Glas. Es handelt sich um den Tobermory 21 yo Rum Barrel Finish aus der Chieftain's-Serie von Ian MacLeod. 21 Jahre (Juli 1995 bis Juni 2017) sind schon eine Hausnummer. Wie lange davon das Finish gedauetr hat, weiß ich nicht. Aus Fass #9384 sind aber nur noch 177 Flaschen abgefüllt worden. Vielleicht hat der Whisky also eine ganze Weile darin gelegen. In der Flasche hat er noch 53,8%.

Colour: M6 - Ocker

Nose: in der Nase kann er seine Herkunft aus dem Rumfass nicht verbergen. Meine Güte, riecht der süß! Da finde ich klebrige Melasse, Rum (na was auch sonst), Kräuter (Ricola!), Blockmalz, wenig süße Früchte (Aprikose?), und eine leichte Nussigkeit. Mit der Zeit kommt noch ein bisschen Holz und eine leichte Säure zum Vorschein.

Taste: Hmm. Im Mund benimmt sich der Bursche völlig anders. Da ist erstmal nichts Süßes mehr, stattdessen beißt der Alkohol scharf zu (obwohl das sich mit 53,8% doch eher harmlos anhört, das ist ja fast noch erweiterte Trinkstärke). Und bitter ist er. Mir kam er leicht bitter vor, meine Frau fand ihn sehr bitter. Das Holz, was in der Nase noch als leichter Nachzügler daherkam, ist hier von Anfang an deutlich präsent. Nur beim Ausatmen finden wir ein wenig Süße und Würzigkeit.

Finish: Der Abgang ist irgendwie keiner, weil sich das Finish nur im Mundraum abspielt.

Wertung:

Normalerweise findet ein Whisky aus Tobermory immer den direkten Weg von meiner Zunge zu meinem Herzen. Dieser hier ist eine Ausnahme. Nicht dass er schlecht wäre: von der Regalkante schubse ich ihn nun bestimmt nicht. Aber mehr als "normal" ist er dann doch nicht. Ich nehme das mal als Zeichen, dass ich noch kein kritikloser Fanboy der Destillerie bin. Auch wenn ich mich natürlich jetzt schon auf den Urlaub freue.

Der Whisky in der Whiskybase: 98457

Zur Destillerie gehts hier: Tobermory

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