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    <title>Blog Feed</title>
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      <title>Inchgower 21yo - Whic Amazing Whiskies</title>
      <link>http://drambo.de/blog/inchgower-21yo-whic</link>
      <guid>blog/inchgower-21yo-whic</guid>
      <pubDate>Sat, 25 Jul 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000201-inchgower-21yo-whic/inchgower-21yo-whic.jpg" alt="Inchgower 21yo - Whic Amazing Whiskies"></figure>
<p><strong>Bevor ich's vergesse: das hier ist Werbung. Nur weil ich Produktnamen nenne und nicht will, dass sich Abmahner auf meine Kosten satt essen. Oder gar guten Whisky kaufen.</strong></p>
<p>Endlich ist der Sommer so richtig da. Das schöne Wetter treibt einen raus, und der innere Schweinehund, der mich sonst vom Sport abhält, verliert ein wenig an Boden. Da dauert es schonmal ein bisschen, bis man nicht nur in der Abendsonne auf dem Balkon einen leckeren Dram genießt, sondern sich auch Notizen dazu macht und die anschließend in einen Artikel umsetzt. Whic hat mich dazu gebracht, das mal wieder zu tun - wenn auch verspätet: der <strong>Inchgower</strong> steht schon wieder eine Weile hier im Schrank.</p>
<p>Allerdings keineswegs so lange, wie er vorher im Fass gelegen hat: satte 21 Jahre. Den größten Teil davon war wohl ein Ex-Bourbon-Fass sein zuhause, zum Schluss hat man ihm dann noch ein nicht näher spezifiziertes Sherry-Finish gegönnt. Herausgekommen sind 186 Flaschen mit 59,3% Alkohol.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M7 - Safran</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> Der erste Eindruck in der Nase ist ein Kitzeln, so als hätte man Brausepulver im Glas. Das hatte ich bisher noch nie! Als das Kitzeln vergeht, kommt sehr viel Apfel und ein bisschen Vanille. Holz? Ja auch, aber nur schwach. Auch der Alkohol ist nur mäßig zu spüren. Bis hierher wirkt der Inchgower fast wie ein junger Whisky: frisch und hell. Aber dann kommen satte Noten, tief, dunkle Früchte, klassische Sherrynoten. Und die werden stärker. Je länger man wartet, desto mehr gewinnt der Whisky an Fülle. </p>
<p><strong>Taste:</strong> Auf der Zunge kommt der Alkohol <em>viel</em> stärker als in der Nase, der erste Eindruck ist: &quot;too much&quot;. Sehr satt kommt er jetzt daher, aber das vergeht und es bleibt ein absolut leckerer Whisky zurück. Apfel und Vanille finde ich nicht mehr, dafür deutlich mehr Holz. Interessant: nehme ich einen  kleinen Schluck, scheint der Apfel doch noch da zu sein. Bei einem größeren Schluck dominieren die Sherrynoten. Und mit (viel) Wasser wird er nochmal gefälliger, man schmeckt (oder besser: spürt) das Alter des Whiskys. Mit Wasser gewinnt der Whisky auf jeden Fall nochmal!</p>
<p><strong>Finish:</strong> Der Abgang ist lang, aber nicht tief. Der Geschmack hält sich sehr lang auf Zunge und Gaumen. Da hat man wirklich viel davon.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Der Inchgower ist ein sehr wandlungsfähiger Whisky. Jung oder alt? Apfel oder Sherry. Starker oder sanfter Alkohol? Kann er alles. Und das Schöne: man hat es selbst in der Hand, diese verschiedenen Seiten mit (bzw. ohne) Wasser oder über die Größe des Schlucks herauszuholen. Sehr, sehr schön.</p>
<p><em>Das Sample wurde mir von Whic unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Mit der Bereitstellung sind keinerlei Vorgaben bezüglich eines Artikel oder seines Inhaltes verbunden.</em></p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/161415/inchgower-21-year-old-whic" target="_blank">161415</a></p>
<p>Einen Link zur Destillerie habe ich nicht gefunden. Hier geht's zum Wikipedia-Eintrag: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Inchgower" target="_blank">Inchgower</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Glenrothes 22yo - Whic Amazing Whiskies</title>
      <link>http://drambo.de/blog/glenrothes-22yo-whic-amazing-whiskies</link>
      <guid>blog/glenrothes-22yo-whic-amazing-whiskies</guid>
      <pubDate>Tue, 23 Jun 2020 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000200-glenrothes-22yo-whic-amazing-whiskies/glenrothes-22yo-whic-amazing-whiskies.jpg" alt="Glenrothes 22yo - Whic Amazing Whiskies"></figure>
<p><strong>Werbung wegen Produktnennung! Auch wenn weder ich noch mein Geschmack käuflich sind.</strong></p>
<p>Whic hat mir wieder mal ein Sample zugeschickt. Eine gute Gelegenheit, endlich mal wieder einen Artikel zu schreiben. Ist ja schon lange her. Nicht dass ich in der Zwischenzeit keinen Whisky getrunken hätte oder mich nur auf &quot;alte Bekannte&quot; beschränkt hätte. Es ist zwar viel passiert in der Zwischenzeit, aber <em>soo</em> schlimm, dass ich mein Genusshobby an den Nagel hängen würde ist es nun doch nicht. Ich mache mal keine Versprechungen darüber, wie regelmäßig ich jetzt wieder hier schreiben kann, sonst habe ich hinterher nur wieder ein schlechtes Gewissen. Nur soviel: der gute Geschma... äh, Wille ist da.</p>
<p>Also, was war im Glas? Der neue <strong>Glenrothes 22yo</strong> aus der Amazing Whiskies Serie von Whic. Der hat seine vollen 22 Jahre in einem Sherry Butt gelegen und wurde am Ende weder kühlfiltriert noch gefärbt. 58,8% Alkohol hat der Whisky noch.</p>
<p>Erfreuliche Aussichten, gehört doch Glenrothes zu meinen Lieblingsdestillerien. Und 22 Jahre Sherry Butt hat auf dem Papier durchaus das Zeug zu einem spektakulären Dram. </p>
<p><strong>Colour:</strong> Goldbraun, flüssiges Gold. Ich hatte meine Farbtabelle nicht zur Hand, deshalb nur mal so. Allerdings glaube ich auch, dass mir die Tabelle diesmal nicht viel genützt hätte, denn die Farbe hatte einen leichten, schönen Braunton, der ein bisschen aus der üblichen, von Rottönen dominierten Skala tanzte.</p>
<p>Eine Angabe darüber, ob es sich um ein First Fill oder Refill Butt gehandelt hat, gab es nicht. Mein Tipp: Refill. Nach 22 Jahren in einem First Fill hätte ich farblich eher Maggi erwartet, und viel mehr Holznoten - aber dazu später. Bei der Begutachtung mit den Augen fiel noch auf, dass der Whisky extrem ölig an der Glaswand aussieht, fast keine Bögen bildet und sehr langsam an der Glaswand herunter rinnt.</p>
<p><strong>Nose:</strong> In der Nase ist der Glenrothes erstmal recht scharf und alkoholisch. Kein Wunder bei 58,8%. Dann kommen Noten von Schokolade, Rosinen, fruchtigen Datteln und eine eher dezente Holznote. Ein bisschen erinnert er an den typischen Warehousegeruch. Alles in allem ist der Eindruck sehr satt. Interessant ist, dass praktisch alle Noten und Ausprägungen von Anfang an da sind. Der Whisky bleibt schön lang in der Nase, aber er entwickelt sich dort praktisch nicht. Wozu auch, das Aroma ist von Anfang an ein Genuss.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Auch auf der Zunge macht sich als erstes der Alkohol bemerkbar. Dazu viel mehr Holz als in der Nase. Trotzdem ist er recht süß, die Rosinen sind wieder da. Dazu Honig. Die Datteln aus der Nase sind aber weg. Dann geht der Whisky plötzlich richtig auf, er ist sehr präsent, sowohl am Gaumen als auch auf der Zunge. Und damit meine ich nicht die Alkoholschärfe vom Anfang, auch wenn die nicht ganz verblasst. Und man schmeckt sein Alter, dieses ganz typische Gefühl unter der Zunge. Er zieht Speichel. Und ich finde noch irgendetwas am Gaumen, was ich nicht so recht definieren kann. Gummi? Meine Frau, sonst definitiv die bessere Nase von uns beiden, ist mir diesmal keine Hilfe, denn sie findet diese Note nicht. </p>
<p><strong>Finish:</strong> Die große Präsenz auf Zunge und Gaumen geht nahtlos in ein langes und tief in den Hals reichendes Finish über. Sehr schön.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Glenrothes gehört zu meinen Lieblingsdestillerien. Enorm kräftige Sherryabfüllungen, saftig süße Ex-Bourbons, schöne Alterung. Da habe ich schon viele verschiedene Drams genossen, und in aller Regel finde ich auch einen meiner Ansicht nach typischen Destilleriecharakter. Ausgerechnet den finde ich beim Whic nicht. Aber das macht nichts, der Whisky ist dennoch ... ja: amazing! Sehr lecker, deutlich alt, trotzdem nicht zu weich, sondern immer noch kräftig und präsent.</p>
<p>Die <em>Amazing Whiskies</em> Serie ist auf 30 Abfüllungen angelegt. Wenn man sie mit diesem Tropfen startet, dann freue ich mich jetzt schon auf die vielen Fortsetzungen. Lecker!</p>
<p><em>Das Sample wurde mir von Whic unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Mit der Bereitstellung sind keinerlei Vorgaben bezüglich eines Artikel oder seines Inhaltes verbunden.</em></p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/160156/glenrothes-22-year-old-whic" target="_blank">160156</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="https://www.theglenrothes.com/en" target="_blank">Glenrothes</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Whic Ballechin 12yo Cask #178</title>
      <link>http://drambo.de/blog/whic-ballechin-12yo-cask-178</link>
      <guid>blog/whic-ballechin-12yo-cask-178</guid>
      <pubDate>Mon, 28 Oct 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000199-whic-ballechin-12yo-cask-178/whic-ballechin-12yo-cask-178.jpg" alt="Whic Ballechin 12yo Cask #178"></figure>
<p><a href="https://whic.de">Whic</a> hat mit mal wieder ein Sample geschickt. Da ich natürlich Ross und Reiter nenne, muss ich das hier wohl als WERBUNG kennzeichnen, auch wenn ich nichts (nicht mal Geld <i class="fa fa-smile-o"></i>) dafür bekomme. </p>
<p>Im Glas hatte ich einen <strong>Ballechin</strong>, also einen getorften Whisky aus der Destillerie Edradour. 12 Jahre hat der Whisky in einem einzelnen Refill Sherry Hogshead gelegen. Dann wurde er mit 59,3% Alkohol abgefüllt.</p>
<p>Das Ganze lässt Whic übrigens unter dem Serienlabel &quot;The War of the Peat I of XIII&quot; laufen. Da sind also noch einige Rauchzeichen am Horizont zu erwarten.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M8 - Kupfer</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> Ui! Da ist aber Alkohol drin. Naja, bei 59,3% darf man den schon auch schon merken. Aber was sich in der ersten Nase ziemlich heftig darstellt, wechselt schnell zu einem sehr schön eingebundenen Alkoholrest. Das nächste, was und einfällt, ist &quot;Spaghetti Carbonara&quot;. Doch, ehrlich. Da ist Speck, Gorgonzolasauce und Räuchernoten. Der Rauch natürlich auch, aber zusätzlich zu den Räucheraromen. Später geht das ganze in den Eindruck eines lodernden Holzfeuers über. Was ich so gar nicht finde sind Fruchtnoten. Hm. Ist meine Tagesform heute nicht die beste? Eigentlich ist der Rest sehr schön rund, würzig, balanciert. Nur keine Früchte.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Dann schauen wir mal, wie er schmeckt. Zuerst mal finde ich süßen Rauch. Lecker und sehr schön eingebunden, ganz rund und weich. Ein bisschen Asche, die mich an die Standardabfüllungen von Caol Ila erinnert, außer dass es hier keine kalte Asche ist. Der Alkohol ist (natürlich) auch wieder da, aber dass ich ihn erst an dritter Stelle nenne, ordnet ihn schon richtig ein. Er dominiert den Geschmack nicht, rundet ihn eher ab. Alles in allem schön rund und würzig. So kann ich auf die Fruchtnoten - die ich auch auf der Zunge wieder nicht finde - gut verzichten. Nur ein kleines Detail stört uns. Irgendeine Note - wie wir gar nicht näher identifiziert bekommen - ist dabei, die sich auf die Zunge legt, etwas wächsern. Das verdeckt die süß-rauchig-würzige Komposition ein wenig. Schade. Aber jetzt auch nicht wirklich schlimm - ich jammere auf hohem Niveau.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Das Finish geht bis mitteltief in den Hals. Aber auf der Zunge hält sich eine leichte Rauchnote ganz schön lange. So als wolle er einfach nicht gehen.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i> </p>
<p>Als bekennender Islay- (und Ledaig-)Fan tue ich mich immer etwas schwer mit rauchigen Whiskys auch anderen Regionen. Vielleicht erwarte ich das Falsche. Ist halt nicht Islay. In diesem Fall ist das aber ein bisschen anders. Klar ist auch der Ballechin kein Islay-Vertreter, aber der Rauch hier ist durchaus überzeugend. Weich, süß, unaufdringlich. Und zu den restlichen, würzigen Noten passt das schon ziemlich gut. Doch, für diesen Tropfen halte ich mir gerne mal einen Platz im Regal frei. Äh, erwähnte ich schon mal, dass die Flaschen wegen akuter Regalüberfüllung mittlerweile auch davor auf dem Boden und auf dem Dekofass stehen ... so viele leckere Tropfen!</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/139752/ballechin-2007-sv" target="_blank">139752</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="https://www.edradour.com/" target="_blank">Edradour</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Blind Sample, August 2019</title>
      <link>http://drambo.de/blog/blind-sample-august-2019</link>
      <guid>blog/blind-sample-august-2019</guid>
      <pubDate>Tue, 27 Aug 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/assets/img/Whisky.jpg" alt="Whisky"></figure>
<p>Neulich bekam ich auf ein paar Umwegen mal wieder ein Blind Sample ins Glas. Alles was ich wusste war, dass es sich um eine Einzelfassabfüllung handelte. Also eine exzellente Gelegenheit, sich mit seiner Unkenntnis zu blamieren. Mach ich ja gerne. <i class="fa fa-smile-o"></i> Also los ...</p>
<p><strong>Colour:</strong> Farbe: heller Bernstein. Ziemlich sicher ein Ex-Bourbon Cask. Oder ein mehrfach belegtes Sherryfass? Nee, wohl nicht. Das müsste schon ein 5th fill sein.</p>
<p><strong>Nose:</strong> Sehr süß, buttrig, Kekse, Teig. Wenig fruchtig, zumindest keine frischen Früchte. Intensiv alkoholisch. Später weicht die Süße einer gewissen Würzigkeit. Zimt? Bin unsicher.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Viel Alkohol. Breitet sich schnell im ganzen Mundraum aus, belegt vor allem die Zunge. Unter dem Alkohol kommt mehr die Würzigkeit als die Süße aus der Nase rüber. Leichte Bitternoten: vielleicht Holz, vielleicht aber auch etwas anderes. Mandeln? Nee. Aber was?</p>
<p><strong>Finish:</strong> Sehr tief geht er zuerst nicht, nur ein paar Tropfen scheinen bis in den Hals vorzudringen. Im Rachen ist da schon mehr. Aber das Besondere ist die Zunge. Da hält er sich gefühlt ewig. Ich wollte mit einem weiteren Schluck nochmal probieren, wie er sich im Finish verhält, aber da muss man echt lange warten, bis der vorige Schluck die Zunge sozusagen wieder freigibt.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Sehr lecker! Das ist sicher ein Ex-Bourbon Cask, relativ jung (weil wenig Holz, wenig Farbe und viel Alkohol), vermutlich ein 1st Fill. Die Vanille fehlt mir hier zwar ein bisschen, aber das hatte ich in anderen Fässern auch schon mal. Und nach einem mehrfach wiederbelegten Sherryfass (das wäre von der Farbe her noch denkbar gewesen) schmeckt das nicht. Und welche Destillerie? Oder wenigstens Region? Da liege ich ja meistens falsch. Aber ich versuch‘s. Also Islay (und alles rauchige) ist leicht auszuschließen. Aus den Highlands und von den Inseln fällt mir auch nichts ein. Campeltown? Nee, die sind zu speziell. Also Speyside oder Lowlands? Aus letzteren ist mir gleich zu Anfang der <a href="http://drambo.de/blog/lowlander-by-the-sea">Lowlander by the Sea</a> eingefallen, ein junger „teaspooned“ Ailsa Bay. Aber der ist heller und hat noch mehr Alkohol. Bleibt nur noch Speyside. Ja, kann gut sein. Wenn ich mich auf eine Destillerie festlegen sollte, würde ich Glenrothes sagen. Da hatte ich schonmal solche süßen und saftigen Ex-Bourbons. Passt nicht ganz, kommt der Sache aber recht nahe. Und nun? Was war‘s? Ich bin gespannt. Die Auflösung gibt's hier, wenn ich was weiß ...</p>
<p><strong>Die Auflösung</strong></p>
<p>Tja ... ich erzähle ja immer gerne, dass es Spaß macht, blind zu raten, auch auf die Gefahr hin, sich zu blamieren. Natürlich hofft man, dass dieser Kelch an einem vorbei geht. Das hat diesmal überhaupt nicht geklappt - ich hab ihn voll abgekriegt.</p>
<p>Nicht nur, dass ich bei Region und Destillerie daneben gelegen habe. Auch den Fasstyp habe ich nicht erkannt. Es handelte sich nämlich um ein Sherryfass. OK, ziemlich blass, aber die Geschmacksnoten waren ja schon recht intensiv, da hätte man ein Sherryfass ja vielleicht auch erkennen können, oder?</p>
<p>Es kommt aber noch schlimmer. Exakt diesen Whisky hatte ich schon mal im Glas. Es steht sogar noch eine ganze Flasche davon im Keller. Na gut, ist über zwei Jahre her. Aber das fuchst mich ja dann doch. Vielleicht muss ich einfach mehr trinken, um besser erkennen zu können. Aus rein akademischen Gründen also ... <i class="fa fa-smile-o"></i></p>
<p>Und was war's nun? Ein Tomatin. Einzelfass. Den Tomatin 2006 Germany First Edition hatte ich <a href="http://drambo.de/blog/tomatin-2006-germany-first-edition">hier</a> schon mal probiert und geschrieben. Na, lieber gut geschmeckt und schlecht geraten als umgekehrt ...</p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Aberlour 21 yo Whic</title>
      <link>http://drambo.de/blog/aberlour-21-yo-whic</link>
      <guid>blog/aberlour-21-yo-whic</guid>
      <pubDate>Tue, 07 May 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000197-aberlour-21-yo-whic/aberlour-21-yo-whic.jpg" alt="Aberlour 21 yo Whic"></figure>
<p>Gewissensbereinigung, die Dritte. In der Samplekiste lag noch ein dritter Dram von <a href="https://whic.de/" target="_blank">Whic</a>, nämlich ein <strong>Aberlour 21 yo</strong> aus der <em>Architecture of Taste</em> Serie. Der lag auch schon länger da als die beiden zuletzt beschriebenen - wenn auch nicht ganz so lang, wie er älter ist.</p>
<p>Aberlour in der Speyside ist für seine sherrylastigen Abfüllungen bekannt. Einen reinen Ex-Bourbon Fass gereiften Whisky aus dieser Destillerie hatte ich bisher noch nie im Glas. Aber da ich dieses Experiment auch mit anderen Destillerien schon erfolgreich gemacht hatte, hatte ich hier durchaus eine hohe Erwartung.</p>
<p>Der Aberlour hat seine 21 Jahre in einem Hogshead verbracht, also in einer Fassform, die etwas größer ist als die klassischen amerikanischen Barrels. Das könnte bei dem Alter durchaus interessant sein. 122 Flaschen wurden mit 59,8% Alkohol abgefüllt.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M5 - Senf</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> Na, wenn das kein verheißungsvoller Auftakt für eine Verkostung ist. Schon beim allerersten Eindruck gehen unsere Meinungen deutlich auseinander. Ich finde ihn nur mäßig süß, meine Frau findet ihn <strong>sehr</strong> süß. Natürlich hat sie Recht, und das nicht etwa, weil ich meine sprichwörtliche Ruhe haben will, sondern weil meine Frau die deutlich bessere Nase hat als ich. Und da es dafür reichlich Zeugen gibt, lohnt es sich auch gar nicht, das abzustreiten. (aber ich fand den Whisky <em>trotzdem</em> nicht sehr süß. <i class="fa fa-smile-o"></i>). Alkohol (und ab hier sind wir uns wieder einig) finden wir nicht sehr viel in der Nase. Ein paar säuerliche Noten sind da, wenig Holz und viel Bubblegum und Früchtetee.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Auf der Zunge ist der Aberlour dann ziemlich stark alkoholisch, aber noch <em>viel</em> süßer als gedacht (und als <em>ich</em> ihn in der Nase gefunden habe). Der Whisky macht die Zunge ein wenig rauh, und er hat irgendwas, was mich ... hmm ... mentholisch? Nein, das ist es nicht, aber was dann? Auch meine Frau hat noch eine Note, bei der sie erfolglos nach einer Beschreibung sucht, aber Menthol oder etwas ähnliches ist es ganz bestimmt nicht, wie sie mir im Brustton der Überzeugung zu verstehen gibt.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Der Geschmack hält sich lange am Gaumen, geht aber auch tiefer. Bei weiteren Schlucken hält er sich noch deutlich länger am Gaumen, als ob irgendwelche Reste dort kumulieren.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Tja, und jetzt? Gar nicht so einfach, einen Whisky zu beurteilen, wenn die Meinungen darüber so weit auseinander gehen. Eigentlich sind wir uns - abgesehen von unterschiedlichen Vorlieben - meistens einig, was die objektive Bewertung von Whiskys angeht. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass mein Experiment (Ex-Bourbon Whisky aus einer Destillerie, die für Sherry-Whiskys bekannt ist) schonmal besser geklappt hat. Das heißt nicht, dass ich ihn nicht mag (sonst hätte er keine drei Sterne bekommen, was bedeutet, dass ich mir eine Flasche davon im Regal durchaus vorstellen kann), aber die beiden anderen Drams des Abends (siehe <a href="http://drambo.de/blog/glen-moray-11-yo-whic">hier</a> und <a href="http://drambo.de/blog/ben-nevis-17-yo-whic">da</a>) haben dem Aberlour so ein wenig den Rang abgelaufen.</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/115142/aberlour-21-year-old-whic" target="_blank">115142</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="https://www.aberlour.com" target="_blank">Aberlour</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Ben Nevis 17 yo Whic</title>
      <link>http://drambo.de/blog/ben-nevis-17-yo-whic</link>
      <guid>blog/ben-nevis-17-yo-whic</guid>
      <pubDate>Tue, 07 May 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000196-ben-nevis-17-yo-whic/ben-nevis-17-yo-whic.jpg" alt="Ben Nevis 17 yo Whic"></figure>
<p>Im gleichen Päckchen wie der <a href="http://drambo.de/blog/glen-moray-11-yo-whic">Glen Moray</a> steckte auch ein Sample einer weiteren Abfüllung von <a href="https://whic.de/" target="_blank">Whic</a>. Es handelte sich um einen <strong>Ben Nevis 17 yo</strong> aus der <em>Architecture of Taste</em> Serie, ebenfalls aus einem Hogshead, und der Farbe nach war das auch ein Ex-Bourbon Fass. Nach 17 Jahren im Fass waren noch 90 Flaschen mit 55,3% Alkohol übrig. Ein paar davon stehen sogar noch bei Whic im Shop.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M5 - Senf</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> Die Basis, auf der sich die Aromen auftun, ist ein bisschen säuerlich und frisch. Kräuter machen für mich den wesentlichen Teil der Aromen aus. Zusammen mit der säuerlichen Frische ist man versucht, an Almdudler zu denken, aber das verwerfe ich gleich wieder. Da ist keine Limonade, auch wenn die Noten auch eine gewisse Süße haben. Die Kräuter erinnern mich eher an so einen Kräutermantel, mit dem man ein gutes Stück Fleisch zubereiten kann. Ganz dezent natürlich, nicht dass jetzt jemand an Schnitzel und Panade denkt. <i class="fa fa-smile-o"></i> Immerhin deutlich genug, dass sich meine Frau sicher ist, dass es französische Kräuter sind. Da kann ich aber (mangels hinreichend gutem Riechvermögen) denn doch nicht mitgehen. Immerhin sind wir uns noch über Alkohol (gar nicht mal wenig) und ein paar malzige Noten im Hintergrund einig.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Auf der Zunge kommt der Ben Nevis zuerst mal sehr vollmundig daher, da nimmt man einen kleinen Schluck und der Mund ist voll. Und dabei spielt der Alkohol eigentlich keine Rolle, denn der ist extrem schön eingebunden in eine schon zuckrige Süße. Dazu lecker kräuterig und würzig (was man Ben Nevis ja ohnehin nachsagt). Für sein Alter hat er wenig (aber nicht kein) Holz. Und überhaupt Alter: seine 17 Jahre merkt man ihm nicht an. Und das meine ich jetzt nicht abwertend. Im Gegenteil: der ist schon eher jung geblieben.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Das Finish ist lang auf der Zunge, geht aber nicht tief. Lecker! Auffällig ist, dass der Geschmack nach dieser langen Zeit ziemlich plötzlich verschwindet.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star-half-o"></i></p>
<p>Ben Nevis ist so eine Destillerie, bei der man die Qualität der Whiskys nur schwer vorhersagen kann. Da gibt's nur wenig Mittelmaß, entweder sie schmecken sehr gut oder gar nicht. Dieser hier gehört definitiv in die &quot;sehr gut&quot; Kategorie.</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/126803/ben-nevis-17-year-old-whic" target="_blank">126803</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="https://www.bennevisdistillery.com/" target="_blank">Ben Nevis</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Glen Moray 11 yo Whic</title>
      <link>http://drambo.de/blog/glen-moray-11-yo-whic</link>
      <guid>blog/glen-moray-11-yo-whic</guid>
      <pubDate>Tue, 07 May 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000195-glen-moray-11-yo-whic/glen-moray-11-yo-whic.jpg" alt="Glen Moray 11 yo Whic"></figure>
<p>So ein schlechtes Gewissen ist ja keine angenehme Sache. In diesem Fall allerdings hatte ich das Vergnügen, dass sich ein ausgesprochen schmackhafter Abend daraus entwickelte. Wie das kam? So ...</p>
<p>Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie die Sache eigentlich angefangen hat, aber vor einer ganzen Weile hat <a href="https://whic.de/" target="_blank">Whic</a> begonnen, mir hin und wieder mal ein Sample ihrer Abfüllungen zu schicken. Die habe ich dann verkostet und hier beschrieben. Solange ich dabei immer meine eigene Meinung schreiben darf (auch wenn mir ein Whisky mal nicht so schmeckt) und immer klarstelle, dass es sich bei diesem oder jenem Whisky um ein spendiertes Sample handelt, finde ich das auch in Ordnung und habe keine Angst um meine unabhängige Meinung. Und so wie ich Whic kennengelernt habe, decken sich unsere Meinugen da.</p>
<p>Nun habe ich natürlich auch andere Dinge zu tun als Whiskys zu probieren. Manche bringen mir Geld ein (das nennt sich Arbeit), manche kosten Geld, und alle kosten Zeit. Irgendwann bin ich einfach nicht mehr hinterher gekommen mit meinen ganzen Samples (und großen Flaschen ...). Und als ich dann wieder ein bisschen Luft bekommen habe, regte sich das schlechte Gewissen, denn auch einige Tropfen von Whic waren in dem sprichwörtlichen Samplestau hängen geblieben. Bis kürzlich eine höfliche Nachfrage den Pfropfen im Stau ein bisschen gelöst hat. Wir haben uns nämlich gestern hingesetzt und ein paar Drams probiert. Womit wir beim leckeren Teil des schlechten Gewissens wären ...</p>
<p>Im Glas war ein <strong>Glen Moray 11yo</strong>, den es im Shop leider schon nicht mehr gibt. Und wer jetzt glaubt, dass ich jemandem hier eine lange Nase drehen will: die drehe ich in erster Linie mal mir selbst. Denn soweit kann ich die Bewertung schonmal vorwegnehmen: davon hätte ich gerne mehr (gehabt).</p>
<p>Der Glen Moray aus der <em>Nymphs of Whisky</em> Collection wurde am 13.11.2007 destilliert und nach fast exakt 11 Jahren am 27.11.2018 abgefüllt. Aus dem Bourbon Hogshead #5307 kamen 227 Flaschen heraus, die mit 61,9% noch eine ganze Menge Alkohol enthalten.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M5 - Senf</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> Dass man in einem Ex-Bourbon Whisky Vanille riecht, wundert wohl niemanden. Dass es <em>so</em> viel war, hat aber zumindest mich überrascht. (Und das wurde im Laufe des Abends noch mehr!). Außerdem roch das alles nach einer Gemengelage aus Butter, Fudge, Shortbread, ein paar Mandeln, sehr reifen Bananen und Schlagsahne. Wir schwankten zwischen &quot;In der Weihnachtsbäckerei&quot; und &quot;Ja ist denn scho Weihnachten?&quot;. Immerhin fanden wir auch noch frisches Holz, Alkohol (aber schön dezent, ganz im Gegensatz zu der Zahl auf dem Etikett) und Vollmichschokolade. Ganz spät wurde das Aroma auch noch ein bisschen blumig, allerdings - und das ist selten für einen Whisky - überhaupt nicht fruchtig.</p>
<p><strong>Taste:</strong> So, hier ist der Alkohol also. Auf der Zunge ist der Whisky zuerst ganz schon scharf. Wenn man ihn eine Weile im Mund behält und ihn mit Speichel (der läuft einem ja sowieso im Munde zusammen) verdünnt, dann macht der Alkohol schnell andern Noten Platz. Der Glen Moray wird jetzt sehr süß, all die Noten von süßem Gebäck, die wir schon in der Nase hatten, sind jetzt auch auf der Zunge, diesmal mit Butterkeks ganz vorne an der Front. Aber auch ganz leichte Holz- und Bitternoten sind da, die einen sehr schönen Kontrapunkt zu der massiven Süße bilden. Später dann macht der Whisky den Mund trocken (das ist wörtlich gemeint und keine andere Ausdrucksweise für &quot;adstringierend&quot;!), und kurz bevor er weg ist, schickt er mir noch eine kurze sehr dezente Mentholnote.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Aber was heißt &quot;weg&quot;? Der Geschmack  hält sich lange auf der Zunge, und im Hals breitet sich eine angenehme Wärme aus.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Wenn alle Ex-Bourbon Whiskys so schmecken würden wie dieser Glen Moray, dann müsste ich meine Neigung zu Sherry-, Port-, Amarone- und was-es-sonst-alles-noch-so-für-Fässer-gibt wohl nochmal überdenken. Und wie gesagt: wenn es ihn noch gäbe, dann würde sich dafür bestimmt noch ein Plätzchen in meinem Regal finden. Und Glen Moray - ich fürchte, ich wiederhole mich - gehört definitiv zu den Destillerien, um die ich mich bisher zu wenig gekümmert habe ...</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/125485/glen-moray-2007-whic" target="_blank">125485</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="http://www.glenmoray.com/" target="_blank">Glen Moray</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Deanston Decennary</title>
      <link>http://drambo.de/blog/deanston-decennary</link>
      <guid>blog/deanston-decennary</guid>
      <pubDate>Thu, 25 Apr 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/assets/img/Whisky.jpg" alt="Whisky"></figure>
<p>Da habe ich doch tatsächlich mal vergessen, eine Flasche zu fotografieren, bevor ich sie geöffnet und probiert habe! Der <strong>Deanston Decennary</strong> muss also mit dem Standardbild auskommen. Dafür hat er allerlei anderes zu bieten. Zum 50-jährigen Jubiläum der Destilleriegründung hat man sich durchaus etwas Besonderes einfallen lassen. Man hat vier der besten Fässer aus den Warehouses der Destillerie herausgepickt und daraus einen exzellenten Whisky kreiert. Ob das nun die Leistung von Dr. Kirstie McCallum, Lead Blender für Deanston, Tobermory und Bunnahabhain, war oder ob es bei den Fässern gar nicht möglich war, etwas anderes als einen großartigen Whisky zu erzeugen, das möchte ich nicht beurteilen müssen. Beides halte ich für möglich.</p>
<p>Die Fässer, die im Decennary aufgegangen sind, stammen aus vier unterschiedlichen Jahrzehnten. Laut Informationen von Deanston handelt es sich um <em>&quot;Whisky refil from 1977, American Oak from 1982, Port Pipe from 1996 and Pedro Ximenez from 2006&quot;</em>. Alte Holznoten aus den 70ern und 80ern, frische und intensive Fruchtnoten aus jüngeren Jahren: schon auf dem Papier eine vielversprechende Zusammenstellung. Insgesamt sind 1400 Flaschen dabei herausgekommen, reduziert auf Distell-übliche 46,3%.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M8 - Kupfer</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> &quot;Fast wie ein Parfüm&quot; - das ist mein erster Gedanke, als ich meine Nase in die Nähe des Glases bringe! Die Duftwolke, die mir entgegenschlägt, ist für &quot;nur&quot; 46,3% Alkohol enorm. Als erstes finde ich eine satte Sherrynote, sehr intensiv. Hmm, aber das ist ein trockener Sherry. Da sind schon süße Noten, aber den PX aus der Beschreibung der Fässer finde ich nicht. Vielleicht ist das durch die Port-Anteile abgemildert, die ja typischerweise etwas herbere und fruchtige Elemente beisteuern. Dann ist da noch eine ganze Menge Tabak. Saftiger Pfeifentabak. Mein Vater hat mal Pfeife geraucht, und er hatte immer eine Dose mit frischem, grob geschnittenem (und vermutlich irgendwie aromatisiertem) Tabak im Schrank stehen, an dem ich als Kind immer mal gerochen habe. Daran erinnert mich der Deanston. Alkohol ist natürlich auch da, ganz warm und weich, überhaupt nicht stechend. Dann noch ganz leichte Holznoten und hin und wieder ein Anflug von Leder.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Auf der Zunge finden sich viele der Noten wieder, die ich schon in der Nase hatte: Sherry, Holz (ganz wenig), Leder (diesmal ein wenig deutlicher). Dafür fehlt der Tabak. Der Decennary ist samtweich und absolut rund, ohne eine einzige hervorstechende Note. Trotzdem ist durchaus kräftig. Süß? Nein, nicht nennenswert. Fruchtig? Auch nicht. Lecker? Eindeutig ja!</p>
<p><strong>Finish:</strong> Meine Notiz, die ich mit direkt brim Verkosten gemacht hatte, war: &quot;laaaaang!&quot;. Und das ist so. Der Geschmack hält sich sehr lang im Mund. Nicht so heiß wie der zuvor beschriebene <a href="http://drambo.de/blog/angelo-del-speyside">Angelo del Speyside</a>, und auch nicht so tief. Der Decennary bleibt einfach da, wo die Geschmacksnerven sind.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>So sehr ich die Arbeit der Master Blender wertschätze, in der Regel mag ich fassstarke Whiskys (am besten noch aus einem Einzelfass) lieber als &quot;Mischungen&quot; - seien es nun Blends oder Vats, aus einer oder mehreren Destillerien, mit oder ohne Grainanteil - und auf Trinkstärke reduzierte Abfüllungen. Aber keine Regel ohne Ausnahmen, und eine dieser Ausnahmen ist ganz sicher der Decennary. Weich, geschmackvoll, der Alkohol unterstützt die Aromen, kein Bedarf, mit Wasser zu experimentieren - der Whisky ist einfach gut, so wie er aus der Flasche kommt. Great job, Kirstie. Thank you very much!</p>
<p>Nachsatz: Die Notizen zum Decennary liegen schon etwas länger hier. Gestern Abend hatte ich nun endlich Zeit, sie mal zu Papier - naja, zu Website - zu bringen. Und was trinkt sich besser zu dieser Arbeit als ... ? Genau, ein Glas Decennary! Zwei Dinge sind mir als Wiederholungstäter aufgefallen: (1) Die Notes passen noch genau beim zweiten Versuch. Das ist auch schon mal anders. Manche Whiskys sind sehr von Stimmung und Umgebung abhängig. Dieser hier ... na, mal abwarten. Die Flasche ist ja noch nicht leer. Und (2): die Wertung habe ich gestern dann doch nochmal um einen halben Stern erhöht. <i class="fa fa-smile-o"></i></p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/104858/deanston-decennary" target="_blank">104858</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="https://www.deanstonmalt.com/" target="_blank">Deanston</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Angelo del Speyside</title>
      <link>http://drambo.de/blog/angelo-del-speyside</link>
      <guid>blog/angelo-del-speyside</guid>
      <pubDate>Fri, 19 Apr 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000193-angelo-del-speyside/angelo-del-speyside.jpg" alt="Angelo del Speyside"></figure>
<p>Da wo ich herkomme (also im Rheinland) gibt es eine allseits bekannte und akzeptierte Regel: &quot;Ab dem dritten Mal ist es Tradition&quot;. Insofern fällt die <a href="https://www.taste-ination.de/kronberger-genuss-messe-2019/" target="_blank">Kronberger Genussmesse</a>, die diese Jahr am 5. Mai zum vierten Mal stattfindet, schon in die Kategorie &quot;altehrwürdig&quot;. Wer erleben will, dass die Veranstaltung dennoch jung und lebhaft (und natürlich extrem genussreich) ist, dem sei ein Besuch dringend ans Herz gelegt.</p>
<p>Ebenfalls traditionell ist die alljährliche Messeabfüllung, ein Whisky, den es in limitierter Auflage speziell zur Messe gibt und der auf den eher südländischen Namen <strong>Angelo del Speyside</strong> hört. Und auch in diesem Jahr hatten wir die Gelegenheit, diesen Tropfen schon vorab zu probieren und zu beschreiben. Es handelt sich in diesem Jahr um einen Whisky aus der Speyside. Viele Daten sind bekannt: Destilliert wurde er am 12.08.2008, abgefüllt am 29.11.2018. In den 10 Jahren dazwischen lag er in einem Amaronefass (#900855) und behielt bis zur Abfüllung noch starke 59,1% Alkohol. Nicht genannt wird dagegen die Destillerie, aus der der Whisky stammt. Wer über Erfahrung mit Speyside-Whiskys verfügt (oder eine hinreichend große Sammlung), der kann natürlich ein Vergleichstasting veranstalten. Und - soviel kann ich sagen - man hätte durch aus eine Chance, bekannte Noten wiederzuerkennen.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M8 - Kupfer</a> mit leichtem Einschlag ins Rötliche.</p>
<p><strong>Nose:</strong> Der erste Eindruck ist kräftig alkoholisch und sofort vollmundig - oder sollte man sagen &quot;vollnasig&quot;? Gut erkennbar ist auch eine deutliche Säure und Fruchtigkeit. Wir finden sehr reife Birne, so ungefähr in dem Stadium, in dem sie einem schon beim ersten Biss durch die Finger tropft. Und dann ... Kuchenteig! Da sind gleich Erinnerungen an die längst vergangene Kindheit da, als es zu den größten Erfolgen gehörte, wenn man es schaffte, einen Finger Teig aus Omas Schüssel zu stibitzen, bevor der zu - na was wohl - Kuchen verarbeitet wurde. Interessanterweise riecht der Whisky kaum süß. Das kommt erst, als ich das Glas in der Hand etwas angewärmt habe. Und die Wärme bringt auch ein paar dezente Holznoten mit. Und noch dezenter: Nüsse.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Ließ sich das Holz in der Nase noch etwas bitten, hatte ich es im Mund sofort. Herbe Noten (meine Frau nannte das regelrecht bitter), bissiger Alkohol: Das ist ein massiver Antritt. Nichts für Liebhaber süßer und weicher Gaumenschmeichler. Die fruchtigen Noten gehen da fast unter. Aber nur kurz, dann treten die herben Noten schnell zurück und lassen (wiederum leicht säuerlichen) Fruchtaromen den Vortritt. Die Holznoten bleiben, werden aber viel weicher und frischer. Meine Frau fühlte sich an einen leergeschleckten Eisstiel erinnert</p>
<p><strong>Wasser:</strong> Ein herber, starker, schwer zugänglicher Whisky schreit geradezu danach, dass man mit ein paar Tropfen Wasser experimentiert. Und Wasser tut ihm sehr gut. Der Whisky wird deutlich süßer, die Fruchtigkeit bleibt länger, und spät kommen auch Rotweinnoten zum Vorschein. Den Bezug zu Rotwein hatte ich bisher nur über die schon genannte Säure hergestellt, obwohl Amarone ja nun weiß Gott kein saurer Wein ist.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Das Finish ist eines der längsten, das ich in letzter Zeit bei einem Whisky hatte. Geradezu heiß hält sich der Whisky auf der Zunge, und auch für den tieferen Hals bleibt noch viel wohlige Wärme übrig.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>&quot;Angelo&quot; ist ein Whisky, der Zeit und Geduld braucht. Er gibt sich zu Anfang eher verschlossen und etwas kantig, aber wenn man ihm Zeit, Wärme und ein paar Tropfen Wasser gibt, dann öffnet er sich, wird mit jedem Schluck besser und belohnt den Geduldigen mit einem markanten und sehr eigenständigen Charakter. Ich muss zugeben, dass ich aus einem Amaronefass etwas anderes erwartet hatte: mehr Süße, Klebrigkeit, vielleicht ein bisschen Schokolade ... so in der Art, wie ich das aus anderen Amarone Cask Abfüllungen kenne. Aber ich bin sehr froh, dass dieser hier anders ist - keineswegs schlechter! - und mir wieder mal gezeigt hat, dass man Whisky halt nicht &quot;nach Rezept&quot; macht, sondern in Ruhe reifen lassen muss. Dafür darf man sich dann auf immer wieder neue Genusserlebnisse freuen. Womit wir wieder beim Stichwort &quot;Genuss&quot; wären (haben wir das eigentlich je verlassen?) und ich zum Schluss nochmal auf die Kronberger Genussmesse verweisen möchte. Neben vielfältigen Leckereien (Käse, Wein, Pralinen, Whisky, Schinken, Saucen, Kaffee, Champagner, Bier, Gin, ...) kann man nämlich auch &quot;Angelo&quot; hier kaufen. Ein guter Grund, mal vorbeizuschauen.</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/130006/speyside-single-malt-scotch-whisky-angelo-del-speyside" target="_blank">130006</a></p>
<p>Zur Genussmesse gehts hier: <a href="https://www.taste-ination.de/kronberger-genuss-messe-2019/" target="_blank">Kronberger Genussmesse</a></p>]]></description>
    </item>
        <item>
      <title>Tobermory 21 yo Rum Barrel Finish Chieftain's</title>
      <link>http://drambo.de/blog/tobermory-21-yo-chieftains</link>
      <guid>blog/tobermory-21-yo-chieftains</guid>
      <pubDate>Sun, 17 Feb 2019 00:00:00 +0000</pubDate>
      <description><![CDATA[<figure class="floatedrh"><img src="http://drambo.de/content/1-blog/000192-tobermory-21-yo-chieftains/tobermory-21-yo-chieftains.jpg" alt="Tobermory 21 yo Chieftain's"></figure>
<p>Tobermory, der Hauptort der Insel Mull, beherbergt mitten im Ort die gleichnamige Destillerie, und es ist kein Geheimnis, dass mir Insel, Ort und Destillerie besonders ans Herz gewachsen sind. Dieses Jahr steht wieder ein Schottlandurlaub an, und wir werden auf Mull vorbeischauen, in Tobermory übernachten und selbstverständlich die Destillerie besuchen. Dort gibt's dann ein Warehouse Tasting, auch wenn die Destillerie in einer ihrer Ruhephasen den größten Teil der als Warehouse genutzten Gebäude verkauft hat und nur noch ein kleiner Raum für die Fasslagerung vor Ort zur Verfügung steht.</p>
<p>Tobermory verkauft auch viele Fässer an unabhängige Abfüller, und aus einem davon hatte ich einen Dram im Glas. Es handelt sich um den  <strong>Tobermory 21 yo Rum Barrel Finish</strong> aus der Chieftain's-Serie von Ian MacLeod. 21 Jahre (Juli 1995 bis Juni 2017) sind schon eine Hausnummer. Wie lange davon das Finish gedauetr hat, weiß ich nicht. Aus Fass #9384 sind aber nur noch 177 Flaschen abgefüllt worden. Vielleicht hat der Whisky also eine ganze Weile darin gelegen. In der Flasche hat er noch 53,8%.</p>
<p><strong>Colour:</strong> <a href="http://drambo.de/content/download/colourwheel.jpg">M6 - Ocker</a></p>
<p><strong>Nose:</strong> in der Nase kann er seine Herkunft aus dem Rumfass nicht verbergen. Meine Güte, riecht der süß! Da finde ich klebrige Melasse, Rum (na was auch sonst), Kräuter (Ricola!), Blockmalz, wenig süße Früchte (Aprikose?), und eine leichte Nussigkeit. Mit der Zeit kommt noch ein bisschen Holz und eine leichte Säure zum Vorschein.</p>
<p><strong>Taste:</strong> Hmm. Im Mund benimmt sich der Bursche völlig anders. Da ist erstmal nichts Süßes mehr, stattdessen beißt der Alkohol scharf zu (obwohl das sich mit 53,8% doch eher harmlos anhört, das ist ja fast noch erweiterte Trinkstärke). Und bitter ist er. Mir kam er <em>leicht</em> bitter vor, meine Frau fand ihn <em>sehr</em> bitter. Das Holz, was in der Nase noch als leichter Nachzügler daherkam, ist hier von Anfang an deutlich präsent. Nur beim Ausatmen finden wir ein wenig Süße und Würzigkeit.</p>
<p><strong>Finish:</strong> Der Abgang ist irgendwie keiner, weil sich das Finish nur im Mundraum abspielt.</p>
<p><strong>Wertung:</strong> <i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i><i class="fa fa-star"></i></p>
<p>Normalerweise findet ein Whisky aus Tobermory immer den direkten Weg von meiner Zunge zu meinem Herzen. Dieser hier ist eine Ausnahme. Nicht dass er schlecht wäre: von der Regalkante schubse ich ihn nun bestimmt nicht. Aber mehr als &quot;normal&quot; ist er dann doch nicht. Ich nehme das mal als Zeichen, dass ich noch kein kritikloser Fanboy der Destillerie bin. Auch wenn ich mich natürlich jetzt schon auf den Urlaub freue.</p>
<p>Der Whisky in der Whiskybase: <a href="https://www.whiskybase.com/whiskies/whisky/98457/tobermory-1995-im" target="_blank">98457</a></p>
<p>Zur Destillerie gehts hier: <a href="http://tobermorydistillery.com/" target="_blank">Tobermory</a></p>]]></description>
    </item>
    
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